Schulterchirurgie

Die Wahl der optimalen Operationsmethode orientiert sich unter anderem an der Ursache Ihrer Beschwerden, der Lokalisation sowie dem Ausmaß der geschädigten Struktur.

Unsere Abteilung weist ein breites operatives Spektrum auf:

      Ursachen von Schulterproblemen

      • Einengung des Raumes unter dem Schulterdach mit Druck auf Weichteile (Impingement-Syndrom)
      • Entzündung von Sehnen (Tendinitis) und Schleimbeutel (Bursitis)
      • Verletzung und degenerative Schäden der Rotatorenmanschette mit Riss der Sehnen
      • Verletzungen des Schultergelenkes nach Schulterluxationen
      • Instabilitäten
      • Arthrose des Schultergelenkes und des AC-Gelenkes
      • Tendinitis calcarea (Kalkschulter)

Schmerzen im Bereich der Schulter sind ein sehr häufges Symptom. Die Ursachen liegen oft nicht in den knöchernen Strukturen des Oberarmkopfes oder Gelenkpfanne, sondern in den umgebenden Weichteilen. Der Gleitraum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf ist sehr häufig der Ort der Schmerzursache. Es kommt zu einer Einengung dieses Raumes unter dem Schulterdach (Impingement) und zur Reizung und Entzündung der darin befindlichen Sehnen (Supraspinatussehne / Rotatorenmanschette) sowie des Schleimbeutels dieser Region (Bursitis).

Ursachen dieses Engpasssyndromes sind neben einer naturgemäßen Enge in diesem Raum durch ungünstige Formgebung des Schulterdaches (Akromion) unter anderem Überlastungen der Schulter mit chronischen Schleimbeutelentzündungen, Knochenausziehungen unter dem Schulterdach, Kalkeinlagerungen (Kalkschulter) oder AC-Gelenks-Arthrosen.

Unbehandelt führt ein länger anhaltendes Engpasssyndrom oft zum Sehnenriss (Rotatorenmanschettenruptur) und zur Funktionseinschränkung der Schulter.

Die Rotatorenmanschette zieht vom Schulterblatt zum Oberarmkopf. Sie besteht aus 4 verschiedenen Muskeln, die zusammenlaufen und als Sehnenplatte am Oberarmkopf ansetzen. Die Rotatorenmanschette ist für die Stabilisierung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne, die Innen- und Außendrehung im Schultergelenk soewie für das seitliche Abspreizen des Armes verantwortlich.

 

 

In Abhängigkeit der vorliegenden Schultererkrankung gibt es eine Reihe von verschiedenen Operationen. Hier eine Aufzählung der häufigsten Operationen:

 

Schulterarthroskopie

Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ermöglicht es als minimal-invasives Operationsverfahren, das Schultergelenk und den Gleitraum unter dem Schulterdach am Monitor zu beurteilen und gleichzeitig einen krankhaften Befund zu behandeln. Hierzu werden zwei oder drei nur 3-4 mm kleine Schnitte benötigt. Über einen Zugang wird eine Optik mit Minikamera eingebracht. Über die anderen Zugänge kann der Operateur kleine Spezialinstrumente und motorgetriebene Fräsen in das Gelenk einbringen um den Schaden zu beheben.

 

Aufweitung des Raumes unter dem Schulterdach

Die Aufweitung des verengten Raumes unter dem Schulterdach erfolgt durch Entfernung des entzündeten und verdickten Schleimbeutels und Abtragung von eventuellen knöchernen Vorsprüngen oder Verkalkungen. Weiterhin wird der Unterrand des Schulterdaches(Acromion) abgehobelt und geglättet (Acromioplastik), um den Gleitraum für die Sehnen zu erweitern.

 

Naht der Rototorenmanschette

Die Sehnen an der Schulter können durch einen Unfall, wie beispielsweise einen Sturz auf den Arm, oder auch sonstige stärkste Belastungen reißen. Häufig ist jedoch ein chronischer Sehnenverschleiß Hauptursache dafür, dass es zum Sehnenriss kommt. Bei einer vorgeschädigten, ausgedünnten Sehne reicht manchmal eine Alltagsbelastung aus, um sie reißen zu lassen.
Ziel der Operation ist es, den Riss zu nähen und die Sehnen der Rotatorenmanschette wieder am Oberarmkopf zu befestigen. Bei kleinen Rissen kann dies arthroskopisch erfolgen. Bei größeren Rissen ist jedoch ein offenes Vorgehen erforderlich. Hierzu wird über einen kleinen ca. 4cm großen Mini-Hautschnitt (mini-open-repair) an der Oberarmvorderseite die Sehne dargestellt, mobilisiert , zusammengenäht und am Oberarmkopf mit Nähten oder speziellen Ankersystemen befestigt. 

 

Schultergelenkersatz

Bei fortgeschrittener Arthrose des Schultergelenkes reichen häufig konservative Therapiemaßnahmen oder eine Arthroskopie nicht mehr aus, Schmerzen zu beseitigen oder die Funktion der Schulter zu verbessern. Mit der Zeit kommt es zur zunehmenden Bewegungseinschränkung bis hin zur vollständigen Schultersteife.

Eine hervorragende therapeutische Chance bietet als Ultima ratio der endoprothetische Ersatz der zerstörten Gelenkfläche. Ziele des Gelenkflächenersatzes sind Schmerzreduktion bzw. Schmerzfreiheit sowie die deutliche Verbesserung der Schultergelenksfunktion. Nicht unwichtig für ein gutes funktionelles Ergebnis ist der optimale Zeitpunkt der Operation. Es sollte idealer Weise nicht so lange zugewartet werden bis das Schultergelenk vollständig einsteift. Eine gute präoperative Schulterbeweglichkeit bedeutet eine bessere postoperative Schulterbeweglichkeit.

Neben der schmerzhaften Zerstörung des Schultergelenkes durch degenerativen Verschleiß(Arthrose) sind auch die rheumatoide Arthritis, Oberarmkopfnekrose sowie der Oberarmkopfbruch Indikationen, um mit gutem Erfolg einen Gelenkflächenersatz durchzuführen. Auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Erkrankung ausgerichtet, stehen verschiedene Prothesentypen zur Verfügung.

Ziele der Operation:

  • Beseitigung von Schmerzen
  • Optimierung der Schulterbeweglichkeit
  • Vermeidung von Folgeschäden (Arthrose, Schultersteife etc.)
  • Vermeidung von Rissen der rotatorenmanschette

Schulteroperationen sind sowohl in Vollnarkose als auch in Regionalanästhesie möglich. Welches Verfahren für Sie am besten ist, ergibt sich nach dem Gespräch mit dem Narkosearzt. Nach der Operation gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe eines Katheters(Nervenblock am Hals oder unter das Schulterdach gelegt) eine optimale postoperative Schmerzbehandlung durchzuführen.

Die Wahl der optimalen Operationsmethode orientiert sich unter anderem an der Ursache Ihrer Beschwerden, der Lokalisation sowie dem Ausmaß der geschädigten Struktur. Heutzutage ist es möglich, zahlreiche Operationen arthroskopisch in minimalinvasiver Technik durchzuführen.
Bei großen Rissen der Rotatorenmanschette oder aufwendigen Stabilisierungsverfahren sowie bei Knochenbrüchen oder Implantationen von Schulterprothesen wird jedoch ein offenens Vorgehen.

Um ein erfolgreiches Operationsergebnis zu erzielen, ist es außerordentlich wichtig, die Empfehlungen des Operateurs zu beachten. In Abhängigkeit der durchgeführten Operation existieren genaue Nachbehandlungsschemata, die Ihnen beim Gespräch mit Ihrem Operateur genau erklärt werden.

AC-Gelenk = Schulter-Eck-Gelenk

Acromion = Schulterdach

Acromioplastik = Schulterdacherweiterung

Arthrose = Abnützung / Degeneration des Gelenkknorpels

Arthroskopie = Gelenkspiegelung

Bursitis = Entzündung eines Schleimbeutels

Impingement = Einengung des Gleitraumes unter dem knöchernen

Schulterdach mit Druck auf Weichteile

Luxation = Verrenkung / Auskugelung

Rotatorenmanschette = Muskelgruppe zur Abspreizung und Drehung des Armes

Supraspinatus = Teil der Rotatorenmanschette

Tendinitis calcarea = Kalkschulter