Leistungen

Dr. Benedikt Leidinger mit einem kleinen Patienten.
Die Kinderorthopädie & Neuroorthopädie weißt viele spezielle Schwerpunkte auf.

Das Spektrum kinderorthopädischer Erkrankungen ist sehr breit. Gleichzeitig sind einzelne Krankheitsbilder sehr selten wie z.B. beim Klumpfuß 1 Kind auf 1000 Geburten. Kompetenz auf unserem Fachgebiet kann deshalb nur durch zusätzliche Spezialisierung erreicht werden. Aus diesem Grund wurden spezielle Schwerpunkte unserer Tätigkeit strukturiert.

Der häufigste Grund für eine Vorstellung in der allgemeinen Kindersprechstunde ist eine Abklärungsuntersuchung auf Überweisung eines niedergelassenen Facharztes.

Die meisten Kinder werden vorgestellt mit beginnenden Funktionsproblemen oder leichten Fehlstellungen, die einer weiteren Abklärung bedürfen. Ist die Fußstellung schon ein Plattfuß? Hat mein Kind einen Klumpfuß? Was können wir gegen Rückenfehlhaltung und Schmerzen tun? Ist die Beinstellung schon ein X-Bein? Warum kann mein Kind nicht so schnell laufen, warum sitzt es immer so schlaff?

All dies sind typische Fragestellungen, die durch eine ausführliche kinderorthopädische Untersuchung in der allgemeinen Kindersprechstunde abgeklärt werden können. Die notwendige Behandlung wird dann vom zuweisenden Facharzt übernommen, der einen ausführlichen Bericht der hier durchgeführten Untersuchung erhält.

Kinder können aber auch an akuten Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden. Rheumatische Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen wie eitrige Knochenentzündungen, Gelenkentzündungen machen ein rasches Handeln notwendig.

Zur allgemeinen Kinderorthopädie gehören auch die konservative Abklärung von Haltungsstörungen und die Behandlung von gutartigen Knochentumoren, Knochenzysten oder sogenannten Exostosen. Bösartige Knochentumoren im Kindesalter werden ebenfalls in Volmarstein behandelt, diese Aufgabe wird von PD. Dr. Gebert in der Abteilung für Tumororthopädie übernommen.

Das Spektrum der allgemeinen kinderorthopädischen Sprechstunde in der Übersicht:

  • Konservative und operative Behandlung des gesamten kinderorthopädischen Behandlungsspektrums
  • Akutversorgung von Unfällen und Verletzungen (auch im Rahmen eines D-Arzt-Verfahrens)
  • Abklärungsuntersuchungen zu Fragen der Operationsnotwendigkeit ergänzende kinderorthopädische Untersuchungen zur Einholung einer weiteren Meinung bei Therapieunklarheiten
  • Skelettalterbestimmung und Wachstumsprognose nach Greulich und Pyle, Paley und mittels Bon-O-Matic
  • Analyse und minderinvasive Wachstumslenkung von X- und O-Beinfehlstellungen mit 8plate
  • Beinachsentorsionsbestimmung
  • Untersuchung und Behandlung zum innenrotierten Gangbild
  • spezielle Untersuchung und Therapie der statomotorischen Haltunsginsuffizienz und Muskeldysbalance
  • Abklärungsuntersuchung zur Fußstellung und Fußstatik
  • Akute Behandlung von entzündlichen Erkrankungen
  • Abklärungsuntersuchung von unklaren Weichgewebs- und Knochengeschwulsten

In unserer Abteilung werden nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene mit komplexen Fehlstellungen behandelt.

Komplexe Deformitäten der unteren Extremität, also von Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß sind sehr häufig angeboren, können aber nach Knocheninfektionen, aufgrund stoffwechselbedingter Wachstumsstörungen, oder auch nach Unfällen auftreten. Häufige Erkrankungen, die eine solche Deformität bedingen, sind eine Fibulaaplasie, eine Tibiaaplasie, ein proximaler Femurdefekt (PFFD) oder congenital femoral deficiency (CFD), ein Klippel-Trenaunay-Phänomen, eine multiple Exostosenkrankheit, Phosphatdiabetes oder eine Hemihypotrophie.

Fast immer findet sich eine Beinlängendifferenz gemeinsam mit einer Achsenfehlstellung als Folge eines fehlerhaften oder verminderten Wachstums. In der Abteilung werden neben Achskorrekturen (X- oder O-Beine) auch Verlängerungen durchgeführt wurden. Dabei werden herkömmliche Achskorrekturen und Beinverlängerungen mit externem Fixateur unilateral oder dem Ilisarov-Ringfixateur-System angewendet.

Auch der Taylor Spatial Frame (TSF), der Fehlstellungen und Verlängerung in drei Ebenen des Raumes computerassistiert ermöglicht, kommt dabei zum Einsatz. Intramedulläre Beinverlängerungen bedeuten eine teilweise große Erleichterung einer Achskorrektur oder Beinverlängerung für unsere Patienten.

Dr. Leidinger arbeitet seit 2003 an einer Verbesserung der Technik und bietet in Volmarstein eine weiterentwickelte und verlässlichere Methode mit einem neuen magnetisch gesteuerten Verlängerungsnagel an, wenn die Ausgangslage des Patienten die Anwendung eines solchen Systems erlaubt. Dies bedarf einer besonders genauen Prüfung, die in der Sprechstunde erfolgt.

Die am besten geeignete Behandlungsmethode wird individuell nach exakter Erhebung der Krankengeschichte, klinischer Untersuchung und vollständiger bildgebender Dokumentation mit digitaler Ganzbeinstandaufnahme und Skelettalterberechnung festgelegt.

Dr. Leidinger leistet auf diesem Gebiet einen wesentlichen Teil seiner Arbeit, um die Methode der intramedullären Beinverlängerung noch mehr Patienten zugängig zu machen und die vor allem von Patienten ungeliebten Fixateurbehandlungen zu reduzieren.

In Bereich Hüfterkrankungen bieten wir ein breites Spektrum an Diagnostischen Methoden sowie operativen und konservativen Behandlungsmöglichkeiten.

  • Sonografie der Säuglingshüfte
  • Ermittlung des Hüfttyps nach Graf
  • Konservative und operative Behandlung der Hüftdysplasie
  • Kontrolle und Steuerung der Retentionsbehandlung durch Tübingerschiene, Kondylenspreizschiene oder Erlangerschiene
  • Geschlossene Hüfteinstellung, Arthrografie und Fettweisgipsbehandlung
  • Offene Hüftgelenkseinstellung
  • Einfache Umstellung und mehrdimensionale Umstellungsosteotomie am proximalen Femur
  • Einfache Beckensosteotomien, Acetabuloplastik nach Tönnis-Kalchschmidt, Dreifachbeckenosteotomie nach Tönnis-Kalchschmidt
  • Schenkelhalsverlängernde Osteotomie nach Morscher
  • Gipsfreie Nachbehandlung nach Beckenosteotomien
  • Konservative und operative Behandlung des M. Perthes
  • konservative Therapie mittels Hüftdistraktionsorthese
  • Botulinumtoxntherapie zur Beweglichkeitsverbesserung
  • operative Behandlung nach dem Hypercontainment-Prinzip
  • gipsfreie Nachbehandlung nach Beckenosteotomien mit resorbierbaren Materialien
  • Hüftkopfabrutsch (Epiphysiolysis capitis femoris)
  • Minderinvasive Behandlung mit Epiphysenschrauben
  • Operative Behandlung des primären und sekundären femoroacetabulären Impingements (FAI)
  • Flexions-Valgisationsosteotomie nach Imhäuser am prox. Femur

Die Behandlung von Fußerkrankungen im Kindesalter gehört ebenfalls zu unserem Spektrum.

  • Konservative und operative Behandlung des Knick-Senkfußes Behandlung des juvenilen Hallux valgus.
  • Ponseti-Methode der Klumpfußbehandlung.
  • Die Ponseti-Behanlung bei Klumpfüßen wurde in Volmarstein bereits durch Prof. Hamel und Dr. Marques eingeführt. Auch Dr. Leidinger und Frau Dr. Umari sind starke Verfechter dieser Methode.

Neuroorthopädie beschäftigt sich mit dem Erkennen, der Analyse, Behandlung, Rehabilitation und Prophylaxe von Auswirkungen neurogener Erkrankungen auf den Bewegungsapparat.

Eine der häufigsten kinderorthopädischen Erkrankungen ist die Zerebralparese, eine Entwicklungsstörung der Gehirnes mit verschieden ausgeprägten Lähmungen, Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Lernstörungen. Je nach dem Schweregrad dieser Veränderungen können die Kinder entweder nur leichte Geh- oder Greifprobleme haben oder müssen in einem Rollstuhl gepflegt werden.

Die meisten schweren cerebralen Bewegungsstörungen und neuromuskulären Erkrankungen sind nicht heilbar. Aber von der Förderung der kindlichen Entwicklung und der Vorbeugung und Behandlung zusätzlich auftretender Probleme, wie Bewegungsmangel und einseitiger Belastung, hängen das Erreichen einer ausreichenden Mobilität und Selbständigkeit und das Selbstbewusstsein des Kindes ab.

Wir behandeln Kinder und Jugendliche und Erwachsene mit:

  • Entwicklungsverzögerungen
  • Gangstörungen und Greifproblemen
  • spastischen und schlaffen Lähmungen
  • zentralen Bewegungsstörungen - Zerebralparesen
  • angeborener Querschnittlähmung MMC
  • angeborenen und erworbenen Nervenerkrankungen; Neuropathien
  • Muskelerkrankungen

Weiterhin führen wir durch:

  • Operationen bei Hüftgelenkinstabilität oder -luxation
  • Gang verbessernde Operationen
  • Funktion verbessernde motorische Ersatzoperationen
  • Korrekturoperationen bei Fußfehlstellungen

Die Skoliosesprechstunde wird gemeinsam von der Abteilung für Kinder- und Neuroorthopädie sowie der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie betreut. Dadurch ist eine optimale Abklärung und Beratung sowie Therapie möglich.

Im Rahmen der Sportmedizin behandeln wir spezielle Erkrankungen wie AMC, Osteogenesis imperfecta, Syndromerkrankungen.

Begleitend zur stationären und ambulanten Behandlung erfolgt eine therapeutische Betreuung unserer Kinder durch eine speziell im Kinderbereich erfahrene Therapeutin mit der Zusatzausbildung im Bereich der Neurophysiologie nach dem Bobath-Konzept.

Die ambulante Behandlung wird komplettiert durch die Therapie mit dem Neurotoxin Botulinumtoxin A. Dieses dient, intramuskulär angewendet, zur Verbesserung von Kontrakturen und drohenden Fehlstellungen, um eine Operation aufzuschieben oder unnötig zu machen. In anderen Fällen wird es in Langzeitanwendung als begleitende Therapie angewendet. Das Butolinumtoxin wird elektromyografisch (EMG) oder sonografisch gesteuert verabreicht. Die Behandlung erfolgt mit oder ohne Narkose, je nach Bedürfnis unseres Patienten.

Hilfsmittelabklärung

In Zusammenarbeit mit der Rehamedizin der Evangelischen Stiftung Volmarstein unter der Leitung von Dr. Michael Knobloch und dem leitenden Therapeuten, Herrn Andreas Suchy, erfolgt in Bedarfsfällen komplizierter Behinderungen oder Fehlbildungen eine ca. eine Woche andauernde konservative Therapie. Hier erfolgt eine interdisziplinäre Analyse des therapeutischen Bedarfs und des Hilfsmittelbedarfs, sowie die gemeinsame Beratung und Festlegung des Behandlungsprotokolls, auch unter Einbeziehung der Therapeuten und Betreuer vor Ort.

Reha

Rehabilitative Medizin: Wir bieten Untersuchungen und Beratung zur Verordnung von Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation (Reha).

Die Abteilung für Kinderorthopädie trägt den besonderen Bedürfnissen der "kleinen Patienten" Rechnung, die eben nicht einfach nur "kleine Patienten" darstellen, sondern als Kinder ganzheitlich behandelt werden müssen.

Entsprechend wurde unsere Station kindgerecht ausgestattet, um z.B. die Mitaufnahme von Eltern zu ermöglichen und kindgerechte Spielräume zu schaffen. In unserem Spielzimmer finden sich Spielsachen für jedes Alter: vom Kaufladen bis zur Wii-Konsole finden die Kinder hier Abwechslung vom Klinikalltag.